Für zuweisende Praxen
UpstreamKardiologie

Brustschmerz und verkalkte Gefäße

Nicht jeder Brustschmerz kommt vom Herzen. Und nicht jede Gefäßverkalkung schmerzt.

Beides stimmt, und das Entlastende darf zuerst stehen. Gleichzeitig wächst eine Verkalkung der Herzkranzgefäße jahrelang, ohne wehzutun, und bei manchen ist der Infarkt das erste Zeichen. Deshalb geht es hier um beides: das Symptom einordnen und das Risiko einschätzen.

Den Schmerz einordnen

Was der Schmerz über seine Herkunft verrät

Die Unterscheidung läuft weniger über die Stärke als über drei andere Merkmale: was ihn auslöst, wie er sich anfühlt und wie lange er dauert.

Spricht für das Herz

Belastungsabhängig, dumpf, kurz

Ein Druck oder eine Enge hinter dem Brustbein, die bei Anstrengung oder Kälte auftritt und in Ruhe innerhalb von Minuten wieder verschwindet. Oft mit Ausstrahlung in Arm, Hals oder Kiefer, manchmal mit Luftnot. Reproduzierbar: dieselbe Steigung, dieselbe Grenze.

Spricht dagegen

Stechend, punktförmig, lageabhängig

Ein Stechen, das Sekunden dauert, das sich mit einem Finger zeigen lässt, das beim Drehen oder Einatmen kommt oder beim Drücken auf die Stelle auslösbar ist. Häufige Ursachen sind Muskeln und Rippengelenke, die Speiseröhre, die Atmung und Anspannung.

Diese Merkmale sind Hinweise und keine Beweise. Es gibt Infarkte, die stechen, und es gibt Muskelschmerzen, die drücken. Bei Frauen, bei Menschen mit Diabetes und im höheren Alter verläuft es häufiger untypisch, mit Luftnot, Erschöpfung oder Übelkeit anstelle des klassischen Drucks.

Deshalb wird hier eingeordnet und nicht sortiert, und deshalb ist ein zurückhaltender Umgang mit dem Wort harmlos angebracht, solange die Einordnung nicht stattgefunden hat.

Wann nicht auf einen Termin warten

Bei einem neu aufgetretenen, anhaltenden Druck oder Brennen in der Brust, besonders mit Luftnot, Übelkeit, kaltem Schweiß oder Ausstrahlung in Arm oder Kiefer, und bei Brustschmerz, der in Ruhe nicht nachlässt: Notruf 112. Nicht abwarten und nicht selbst fahren. Diese Praxis ist keine Notfallversorgung.

Warum Gefäße verkalken

Kein verstopftes Rohr, sondern ein entzündlicher Vorgang

Kommt der Schmerz vom Herzen, steckt dahinter meist die koronare Herzkrankheit: Ablagerungen in den Wänden der Herzkranzgefäße. Das gängige Bild dazu ist eine Leitung, in der sich Fett ablagert, bis sie eng wird.

Es ist nicht falsch, aber es erklärt zu wenig, denn Verkalkung ist von Anfang an ein entzündliches Geschehen, und genau daran lässt sie sich beeinflussen.

Und der Rhythmus

Wo sich die beiden Themen treffen

Drei Berührungspunkte sind im Alltag wichtig. Erstens werden Herzrasen und Brustschmerz verwechselt: Ein sehr schneller Rhythmus kann selbst einen Druck in der Brust auslösen, weil das Herz dabei mehr Sauerstoff braucht als es bekommt, auch bei gesunden Gefäßen. Wer im Anfall Brustschmerz hat, hat deshalb nicht zwangsläufig verengte Gefäße.

Zweitens hinterlässt ein durchgemachter Infarkt eine Narbe, und diese Narbe ist ein Ausgangspunkt für Rhythmusstörungen aus der Kammer. Das ist einer der Fälle, in denen Extraschläge kein harmloser Befund sind. Zur Einordnung

Drittens teilen beide Erkrankungen ihre Treiber. Blutdruck, Stoffwechsel, Schlafapnoe, Entzündung, Rauchen: Diese Liste gilt für die Gefäße und für den Vorhof. Wer sie angeht, arbeitet an zwei Fronten gleichzeitig.

Was hier möglich ist

Wo diese Praxis hilft, und wo sie weiterverweist

Einordnen und das Risiko einschätzen

Das Gespräch über die Merkmale des Schmerzes, das EKG, die Ultraschalluntersuchung des Herzens und ein Labor, das über das Lipidprofil hinausgeht. Daraus entsteht die Einschätzung, wie wahrscheinlich das Herz beteiligt ist und wie hoch Ihr Risiko in den nächsten Jahren liegt.

Behandeln, was sich behandeln lässt

Die Senkung des LDL-Cholesterins, in der Regel mit einem Statin, ist eine der am besten belegten Maßnahmen der ganzen Herzmedizin. Sie ist die Basis und wird hier nicht relativiert. Daneben die Treiber: Blutdruck, Stoffwechsel, Entzündung, Schlaf, Rauchen, Bewegung. Wo Lipoprotein(a) erhöht ist, ändert das die Konsequenz, mit der alles andere geführt wird.

Belastungstest, Bildgebung der Gefäße und Herzkatheter

Ein Belastungs-EKG, ein CT der Herzkranzgefäße, ein Kardio-MRT und eine Herzkatheteruntersuchung finden nicht in dieser Praxis statt. Wo eines davon gebraucht wird, stellen wir die Indikation und bahnen den Weg, in Zusammenarbeit mit einem Herzkatheterlabor.

Danach läuft die Behandlung der Treiber wieder hier. Danach führen wir die Behandlung der Treiber weiter, die mit dem Eingriff nicht erledigt sind.

Ausführlich

Das ist die ehrliche Grenze einer Privatpraxis ohne Katheterlabor für Koronargefäße, und sie offen zu benennen ist mehr wert als eine Andeutung.

Fragen

Fragen zu Brustschmerz und Gefäßverkalkung

Woran erkenne ich, ob mein Brustschmerz vom Herzen kommt?

Für das Herz sprechen ein dumpfer Druck hinter dem Brustbein, der bei Anstrengung auftritt und in Ruhe binnen Minuten nachlässt, oft mit Ausstrahlung. Dagegen sprechen ein punktförmiges Stechen von Sekunden, Auslösbarkeit durch Drücken oder Drehen und Abhängigkeit von der Atmung. Diese Merkmale sind Hinweise, keine Beweise, besonders bei Frauen und bei Diabetes verläuft es oft untypisch.

Ist Gefäßverkalkung nur eine Frage des Cholesterins?

Nein. Die Verkalkung ist ein aktiver, entzündlicher Vorgang in der Gefäßwand. In einer Auswertung dreier randomisierter Studien sagte bei Menschen unter Statintherapie die verbliebene Entzündung künftige Ereignisse stärker voraus als das verbliebene Cholesterin. Auch Lipoprotein(a) und oxidativer Stress spielen eine Rolle.

Sind Statine sinnvoll?

Ja. Die Senkung des LDL-Cholesterins gehört zu den am besten belegten Maßnahmen der Herzmedizin und senkt das Infarktrisiko nachweislich. Diese Basis wird hier nicht in Frage gestellt. Ergänzend lohnt es sich, die Treiber anzugehen, die sie offenlässt.

Machen Sie hier eine Herzkatheteruntersuchung?

Nein. CT der Herzkranzgefäße, Kardio-MRT und Herzkatheter finden nicht hier statt. Was hier stattfindet, ist die Einordnung, die Risikoeinschätzung, die Indikationsstellung und die Behandlung der Treiber. Wo eine Untersuchung woanders nötig ist, bahne ich den Weg und bleibe in der Begleitung.

Kann Herzrasen Brustschmerz auslösen?

Ja, auch bei gesunden Gefäßen. Bei sehr hoher Frequenz braucht das Herz mehr Sauerstoff als es bekommt, und das kann sich als Druck in der Brust äußern. Wer nur im Anfall Brustschmerz hat, hat deshalb nicht zwangsläufig eine Verengung. Zum anfallsartigen Herzrasen

Verfasst und fachlich geprüft

Dr. med. Omar Anwar, Facharzt für Innere Medizin und Facharzt für Kardiologie, Tätigkeitsschwerpunkt invasive Elektrophysiologie. Beratung, Eingriff und Nachsorge aus einer Hand. Kardiologie und Innere Medizin, funktionell und integrativ gedacht: Behandelt wird der Mensch, nicht nur der Befund. Privatpraxis für Kardiologie in Hamburg. Zur Person

Zuletzt geprüft am 13. September 2026. Leitlinien und Studien stehen im Text mit Autor, Zeitschrift, Jahrgang und Seiten, nachlesbar, nicht als „Studien zeigen“.

Sie sind damit nicht allein

Sie werden begleitet, von der ersten Frage bis nach dem Eingriff.

Wer hierherkommt, hat meist viel gelesen und selten jemanden gehabt, der sich die Zeit genommen hat, es zusammenzusetzen. Dafür ist der erste Termin da.

Termin

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.

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Nichts mitbringen

Nach der Terminvereinbarung bekommen Sie einen Link zu einem ausführlichen Anamnesebogen. Dort laden Sie auch hoch, was vorliegt: Arztbriefe, EKGs, Befunde, Laborwerte, die Medikamentenliste. Ein Foto mit dem Telefon genügt.

Was Ihnen das erspart

Ihre Unterlagen sind gelesen, bevor Sie kommen. Die Sprechstunde beginnt deshalb mit Ihren Fragen, nicht mit dem Sortieren von Papier.

Was es kostet

Steht vollständig an einer Stelle, mit Erstattung und Beihilfe: Ablauf und Kosten.

Bei akuten Beschwerden, anhaltendem Herzrasen, Luftnot, Brustschmerz oder Bewusstlosigkeit, wählen Sie bitte den Notruf 112. Diese Sprechstunde ist keine Notfallversorgung.

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